Sprachraumspieler – Fußball in der der Literatur

Jeder kennt Handkes Torhüter, manch einer den Sonntag, an dem Friedrich Christian Delius Weltmeister wurde, einige wenige die sprachlichen Dribblings des Ror Wolf. Doch wieviel Fußball steckt in der deutschsprachigen Literatur wirklich? Das habe ich im Rahmen meiner Magisterarbeit an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau herauszufinden versucht. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2006 und 2010, allein die schiere Menge an zu untersuchenden Texten machte die Arbeit zum langfristigen Projekt.

Fußball und Literatur zählen beide zu meinen Leidenschaften und dementsprechend viel Freude machte mir diese Arbeit. Forschung mit Primärtexten, ausführliche Recherche in Datenbanken und Archiven, am Ende die zu diesem Zeitpunkt vollständigste Liste deutschsprachiger Fußballliteratur – es war eine anstrengende, aber interessante Zeit. Aus dem Ziel, hier wissenschaftlich am Ball zu bleiben, wurde nichts. Meine Arbeit bei 11Freunde und SPOX kam mir dazwischen – aber welcher Germanist würde sich schon darüber beschweren, schon vor dem Abschluss eine unbefristete Festanstellung genießen zu dürfen, die außerhalb eines Taxis liegt.

Wenn auch aus der Online-Datenbank zu diesem Thema leider nichts wurde, einige Leseempfehlungen kann ich trotzdem geben. Diese Texte lohnen sich ausnahmslos für jeden, der Fußball und Sprache liebt:

  • Otto Böhmer: Wenn die Eintracht spielt
  • Thomas Brussig: Schiedsrichter Fertig
  • Alfred Goubran: Tor
  • Ror Wolf: Punkt ist Punkt
  • Bönt, Ostermaier, Rinke (Hg.): Titelkampf – Fußballgeschichten der deutschen Autorennationalmannschaft
  • Ostermaier, Kron, Zehrer (Hg.): Fußball ist unser Lieben – Neue Geschichten der deutschen Autorennationalmannschaft
  • Theisen, Sascha (Hg.): Nach vorne! Lästernde Kiebitze, spielentscheidende Stadionwürste,
  • betrunkene Vorstopper.
  • Clemens Meyer: Als wir träumten (Fußball nur ein Randaspekt)

Meine Magisterarbeit aus dem Jahr 2010 kann hier heruntergeladen werden. Ich bitte, Zitate daraus mit mir abzusprechen.